Das 41. Erfinderlabor des ZFC an der Philipps-Universität Marburg

Wenn Viren helfen und sterbende Zellen schützen

Wie können Viren gegen gefährliche Bakterien eingesetzt werden? Wie lassen sich Tumorzellen gezielt bekämpfen und Medikamente genau dorthin bringen, wo sie wirken sollen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich 16 hessische Oberstufenschülerinnen und -schüler beim 41. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC). Mit dabei: Die AWS-Schülerin Lina Straßer aus der Q3.

Vom 17. bis 21. August forschten die Schülerinnen und Schüler an der Philipps-Universität Marburg zu aktuellen Themen der Biotechnologie und Arzneimittelentwicklung. Die Jugendlichen arbeiteten eine Woche lang direkt in universitären Forschungsgruppen.

Dabei ging es nicht um vereinfachte Schulversuche: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten wissenschaftliche Methoden kennen, entwickelten eigene Lösungsansätze und überprüften diese im Labor. Auch die Erfahrung, dass Forschung nicht immer die erwarteten Ergebnisse liefert, gehörte dazu.

Lina Straßer beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Arzneimittels zur Behandlung vaskulärer Malformationen. Dafür werden mit Parietin beladene PLGA-Nanopartikel in ein ethanolhaltiges Ethylcellulose-Gel integriert, um eine verlängerte Wirkstofffreisetzung am Behandlungsort zu ermöglichen. Anschließend wird die Formulierung mithilfe der Rasterelektronenmikroskopie sowie in einem künstlichen Blutgefäßmodell hinsichtlich ihrer Fähigkeit zum Gefäßverschluss untersucht.

Zum Abschluss präsentierten die Jugendlichen ihre Forschungsergebnisse in der Alten Aula der Philipps-Universität vor rund 170 Gästen aus Wissenschaft, Politik, Schule und Wirtschaft. Unter den Gästen war auch der Hessische Kultusminister Armin Schwarz. Die Veranstaltung war zugleich Teil des Jubiläumsprogramms „80 Jahre Hessen“.

Neben der Forschungsarbeit erhielten die Jugendlichen Einblicke in mögliche Studien- und Berufswege. Das Erfinderlabor verbindet damit Forschung, Berufsorientierung und Wissenschaftskommunikation – und gibt besonders naturwissenschaftlich interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, schon früh echte Forschungsluft zu schnuppern.

Text und Foto ZFC, gekürzt: Claudia Helfer